Die Emulsion beschichten: Schichtdicke und Technik

Die Emulsion beschichten: Schichtdicke und Technik

Direkte Antwort: Beim Beschichten wird die Emulsionsschicht nach dem Entfetten auf das Gewebe aufgetragen. Diese Schicht muss so gleichmäßig und homogen wie möglich sein. Ihre Dicke — der EOM-Wert (Emulsion Over Mesh, Emulsion über dem Gewebe) — bestimmt die Druckschärfe und die aufgetragene Farbmenge: je dicker die Schicht, desto tiefer das Farbreservoir über dem Gewebe und desto höher der Auftrag; je dünner sie ist, desto weniger Volumen steht zur Verfügung und desto geringer der Auftrag.

Emulsionsdicke (EOM) nach Anwendung: von 4 µm für feine Details bis 300 µm für Hochdichte
Typische Emulsionsdicke nach Anwendung.

Die meisten Emulsionen lassen sich in einem beleuchteten Raum beschichten — außer schnellen Emulsionen — sofern man zügig arbeitet und das Sieb danach sofort lichtgeschützt lagert.

Welche Emulsionsdicke (EOM)?

Die Zieldicke hängt von der Anwendung ab:

Anwendung Typische EOM-Dicke
Feine Raster, Vierfarbdruck, feine Details, UV, Papier/Kunststoff 4 bis 8 µm
Standardgrafik, Linien, kleine Texte 6 bis 12 µm
Standard-Textildruck 10 bis 20 µm
Textilflächen, deckendes Weiß, Plastisol, deckende Farbe 15 bis 30 µm
Lack, Kleber, dicke Farben, leichte Spezialeffekte 25 bis 80 µm
Hochdichte, Relief, Gel, haptisch, technische Aufträge 80 bis 300+ µm (oft Kapillarfilm oder Spezialemulsion)

Eine gängige Faustregel: für allgemeinen Druck ohne extreme Details etwa 20 % der Gewebedicke als EOM anstreben. Beispiel: bei einem 50 µm dicken Gewebe sucht man etwa 10 µm Emulsion über dem Gewebe. Für feine Details, Raster, Vierfarbdruck oder UV eher Richtung 10 %, oft um 4 bis 5 µm Minimum.

Bei sehr präziser Arbeit die Emulsion nicht überladen: eine zu dicke Schicht führt zu Detailverlust, schlechtem Freilaufen kleiner Punkte, Verschmieren oder schlechter Farbabgabe. Umgekehrt bildet eine zu dünne Schicht keine gute „Dichtung" zum Bedruckstoff, was zu ausgefransten Kanten, Verschmieren, Verlust heller Punkte oder Tonwertzuwachs in den Schatten führt.

Für dicke Aufträge werden oft Kapillarfilme oder hochviskose Emulsionen verwendet. Gängige Kapillarfilme liegen bei etwa 18 bis 80 µm, manche „Thick Film"-Produkte gehen bis zu mehreren hundert Mikrometern. Hinweis (Murakami): Filme ab 20 µm eignen sich für die Kapillaranwendung, während sehr dünne Filme von 7 bis 15 µm in diesem Modus zu fragil sein können.

In der Praxis für eine Textilwerkstatt: feines Gewebe, Details oder Raster → 5 bis 10 µm; Standard-T-Shirt → 10 bis 20 µm; deckendes Weiß oder große Fläche → 20 bis 30 µm; Relief- oder Hochdichte-Effekt → 50 µm und mehr, mit geeignetem Produkt.

Man sollte nicht nur in „Anzahl der Schichten" denken: das Ergebnis hängt vom Gewebe, der Beschichtungsrakel, dem Feststoffgehalt der Emulsion und der Methode ab. Zwei Werkstätten können „1+1" machen und sehr unterschiedliche Dicken erhalten. Ideal ist die Messung mit einem Schablonendicken-Messgerät (Mikrometer).

Die Schritte

1. Bei reduziertem Licht arbeiten

In der Werkstatt können Sie aktinisches (UV-freies) Licht im Raum installieren.

2. Die Beschichtungsrakel laden

Die Emulsion über die gesamte Breite der Rakel verteilen.

3. Beide Seiten beschichten

Zuerst die Druckseite (Bedruckstoffseite), dann die Rakelseite. Mehrere Züge erhöhen die Schichtdicke.

4. Einen gleichmäßigen Auftrag erzielen

Wenn Sie die Bewegung noch nicht beherrschen, den Überschuss abrakeln für eine glatte Schicht.

5. Flach trocknen, Druckseite nach unten

Licht- und staubgeschützt. Die Trocknungsrichtung ist entscheidend: die Schwerkraft muss die Schicht auf der Bedruckstoffseite bilden.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Beschichtungszüge?

Das hängt von der Emulsion, dem Gewebe und dem gewünschten Ergebnis ab. Nicht jede Emulsion eignet sich für eine dicke Schicht — berücksichtigen Sie das und notieren Sie das beste Rezept für Ihre Arbeit.

Warum ist meine Beschichtung körnig?

Schlecht gemischte Emulsion (bei einer Zweikomponenten-Emulsion immer 4 Stunden vor Gebrauch warten), schlecht entfettetes Gewebe oder eine beschädigte Rakel: prüfen Sie diese drei Punkte.

Ungleichmäßige Beschichtung?

Prüfen Sie, ob die Beschichtungsrakel beschädigt ist: ihre Kante muss perfekt sein.

Bedeutet mehr Emulsion immer mehr Qualität?

Nein. Zu viel EOM schließt Details und verlängert die Belichtung; zu wenig verringert die Dichtung und begünstigt Verschmieren.

Technische Vertiefung Beschichtungs-Einstellungen
Parameter Startwert Anpassen, wenn…
Feindetail-Profil 1+1 oder 1+2 je nach Emulsion Geschlossene Details: Schicht oder Belichtungszeit reduzieren; schwache Kanten: leicht erhöhen.
Deckendes Textilprofil 2+2 oder 2+1 je nach Gewebe Eine robustere Schablone anstreben, oft 15-20 % EOM für deckendes Weiß.
Beschichtungsrakel Saubere, nicht schartige Kante Eine beschädigte Rakel erzeugt Streifen und Überdicken.
Trocknungsrichtung Druckseite nach unten Fördert eine glattere Bedruckstoffseite und begrenzt Staub.